AI Risk

Methode

KI-Risikoanalyse: Methode und Vorlage

Die Methode geht in sieben Schritten von oben nach unten. Deine Firma wendet sie auf ihre eigenen Systeme an; ich liefere die Vorlage und begleite den Einstieg. Das Vorgehen folgt dem Denken aus ISO 14971 (Risikomanagement für Medizinprodukte: Schaden, Gefährdung, Kontrolle), angewendet auf KI.

Stand: 6. Oktober 2026

  1. SchadenWer kommt zu Schaden, und wie schwer? Geld, Daten, Gesundheit, Ruf, Recht.
  2. GefährdungIn welcher Situation kann dieser Schaden entstehen?
  3. FehlerbildWie muss sich die KI verhalten, damit es dazu kommt? Falsche Zahl, erfundenes Detail, Datenabfluss, Befehl aus einem Dokument.
  4. WahrscheinlichkeitDie obere Fehlergrenze kommt aus Tests, nicht aus einer Schätzung.
  5. KontrolleWas fängt den Fehler ab? Regel, Mensch, Sperre, Stopp-Schalter.
  6. PrüfungTest als Code, Abnahmekriterium vor dem Lauf festgelegt.
  7. NachweisErgebnis, Version, Daten-Hash, Datum, verantwortliche Person.

Beispiel: KI bereitet Offerten-Entwürfe für einen Handwerksbetrieb vor

Ausgedachtes Beispiel, keine Kundendaten. Die Schwellen sind Annahmen für die Darstellung; im Projekt lege ich sie mit dir fest, bevor der erste Test läuft.

SchadenFehlerbildKontrollePrüfung als CodeAbnahmekriterium
Kunde erhält einen falschen PreisModell übernimmt oder rechnet eine falsche PositionPreise nur aus der Preisliste, Summe im Code gerechnet, Mensch gibt frei200 Fälle mit bekannter Summe; Mutationstest: geänderte Preisliste muss die Summe ändern0 Abweichungen in 200 Fällen (obere Grenze 1,5 %)
Daten eines Kunden landen im Entwurf für einen anderenAbfluss über Kontext oder eingeschleuste Anweisung im DokumentZugriff je Kunde getrennt, Dokumentinhalt nie als AnweisungInjektionstest: 4 Sprachen, 3 Muster, je 10 Läufe; Fremddaten-Scan0 Treffer in 120 Läufen (12 Muster × 10 Wiederholungen; rechnerische Obergrenze 2,5 %, nur für diese Muster)
Entwurf enthält eine RechtszusageModell formuliert eine verbindliche ZusageTextbausteine für Rechtliches, Musterfilter, Mensch100 Entwürfe, zwei Prüfende mit ChecklisteKeine Zusage; Übereinstimmung der Prüfenden κ ≥ 0,8
Der Mensch winkt nur noch durchAutomationsverzerrungStichproben mit eingebauten FehlernKöderentwürfe: 1 von 20 enthält absichtlich einen FehlerMindestens 90 % der Köder gefunden
Qualität sinkt nach Modell- oder DatenwechselDrift, stille ModelländerungVersion fixiert, Regressionssatz bei jeder ÄnderungAlle Prüfungen oben bei jedem Update; Drift-Index (PSI)Alles grün, PSI unter 0,25

Warum Testen allein nicht reicht

Läufe ohne Fehler belegen nur eine Obergrenze der Fehlerrate. Für seltene, schwere Schäden braucht es darum Kontrollen ausserhalb des Modells.

Unabhängige Läufe ohne FehlerBelegt (95 % Konfidenz)
30Fehlerrate unter 9,5 %
60Fehlerrate unter 4,9 %
100Fehlerrate unter 3,0 %
200Fehlerrate unter 1,5 %
300Fehlerrate unter 0,99 %
1000Fehlerrate unter 0,30 %
3000Fehlerrate unter 0,10 %

Wer «unter 0,1 %» belegen will, braucht 3000 unabhängige Läufe ohne Fehler, und die Grenze gilt nur für die getesteten Fälle. Bei 0 Fehlern gilt die exakte einseitige 95-%-Grenze 1 − 0,05^(1/n), bei Fehlern rechnet der Prüfstand mit dem Wilson-Intervall. Wo ein einziger Fehler schwer wiegt, setzt man Schutzmassnahmen um das Modell: Rechte, Sperren, Freigaben.

Antworten

Wie läuft eine KI-Risikoanalyse ab?

Eine KI-Risikoanalyse läuft in drei Schritten ab: Zuerst klärt man Einsatz und mögliche Schäden, dann leitet man Fehlerbilder und Kontrollen daraus ab, und zuletzt legt man die Abnahmekriterien fest, bevor der erste Test läuft. Das Ergebnis ist eine Risikotabelle, an der jede Prüfung hängt. Dein Team führt die Analyse für seine Systeme durch; ich liefere Methode und Vorlage und begleite den Einstieg.

Die sechs Schritte der Zusammenarbeit

Wie viele Testläufe braucht man, um eine Fehlerrate zu belegen?

Sechzig unabhängige Testläufe ohne Fehler ergeben eine Fehlerrate unter 5 Prozent bei 95 Prozent Konfidenz, dreitausend ergeben unter 0,1 Prozent. Die Läufe müssen unabhängig sein; Wiederholungen derselben Eingabe sind es nur näherungsweise. Die Grenze gilt nur für die getesteten Fälle, nicht für unbekannte. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt weitere Werte, berechnet als 1 minus 0,05 hoch 1 durch n.

Wann reicht Testen allein nicht aus?

Testen allein reicht nicht, wenn ein einzelner Fehler schwer wiegt und selten ist, denn seltene Fehler lassen sich nur mit sehr vielen Läufen eingrenzen. Dann setzt man die Sicherheit um das Modell herum: Rechte, Sperren, Freigaben und einen Stopp-Schalter. Wo sich ein Risiko nicht ausreichend belegen lässt, empfehle ich Kontrollen ausserhalb des Modells oder den Verzicht.

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